A A
Drucken
Suche
Herzlich willkommen im Landkreis Traunstein
 
Landkreis Traunstein
Startseite » Aktuelles » Pressemitteilungen

Landkreis unterstützt den Anbau der "Durchwachsenen Silphie"

Energiepflanze bietet viele Vorteile für Insekten und in der Energiegewinnung – Landrat Walch: Wollen keinen Gegensatz zwischen Naturschutz und Landwirtschaft



Die „Durchwachsene Silphie“ gilt als bienenfreundliche und pflegeleichte Energiepflanze. Das in der Region noch weitgehend unbekannte Gewächs steht das ganze Jahr auf dem Feld  und bietet für viele Tierarten einen idealen Rückzugsraum. Insekten finden in den dicht bewachsenen Feldern Nahrung und Wasser. Von Juli bis September steht die Silphie noch dazu in voller Blüte – ideal für die Bienen. Um einen Start-Impuls für den Silphie-Anbau in der Region zu geben, beteiligt sich der Landkreis Traunstein heuer an den Aussaatkosten. Mittlerweile haben bereits 25 Landwirte die Silphie auf 52 Feldstücken im Landkreis Traunstein und einer Fläche von insgesamt 630.000 Quadratmetern ausgesät.


Landrat Siegfried Walch informierte sich jetzt über die Aussaat und Etablierung der Pflanze bei Landwirt Ludwig Georg, der die Silphie auf einem Feld bei Truchtlaching angebaut hat. „Wir im Landkreis Traunstein wollen keinen Gegensatz zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Unsere Heimat braucht beides. Die rege Teilnahme und Bereitschaft der Landwirte, diese neue Kultur auszuprobieren, ist dafür ein starkes Signal. Die Silphie passt als Biomassepflanze, Bienenweide und wegen ihrer vielen weiteren Vorteile in unsere Region. Deshalb unterstützen wir ihren Anbau.“ Auch die Imker-Kreisvorsitzenden Peter Bichler und Sepp Reithmeier begrüßten die Initiative und dankten den Landwirten für ihr Engagement zum Wohle der Bienen.


Regionalmanagement-Geschäftsführerin Dr. Birgit Seeholzer betonte, dass die Silphie eine Energiepflanze mit hoher Biogasausbeute ist. Sie wächst in einer Dauerkultur bis 15 Jahre und bringt damit einen vergleichsweise niedrigen Arbeits- und Betriebsmittelaufwand mit sich. Ab dem zweiten Standjahr ist in der Regel kein chemischer Pflanzenschutz mehr erforderlich. Nach bisherigen Versuchsergebnissen gelangt weniger Nitrat in den Boden, der zudem besser vor Erosion geschützt wird. Wildschäden verzeichnen die Kulturen nicht, die zudem Nahrungsquelle für viele Insekten und Lebensraum für viele Tiere sind. Auf der anderen Seite stehen eine langfristige Flächenbelegung und hohe Anfangskosten: Die beteiligten Landwirte nehmen zusammen über 100.000 Euro für den Versuchsanbau in die Hand. Die größte Herausforderung ist laut Kreisgartenfachberater Markus Breier das ungewöhnlich trockene Frühjahr: „Sowohl der April als auch der Mai waren so trocken, dass die Silphie noch nicht überall keimen konnte. Die Saatkörner liegen im Boden und warten auf Regen.“


Der Maschinenring Traunstein koordiniert die landkreisweite Aussaat, stellt die Technik bereit und legt die Felder an. Laut MR-Geschäftsführer Raphael Röckenwagner befinden sich im jetzt angelaufenen Testanbau sowohl moorige, als auch sandige und steinige Böden und damit ganz unterschiedliche Flächen: „Mit dem breit angelegten Anbau wollen wir herausfinden, wie hoch der Ertrag und die Biogasausbeute in unserem Klima wirklich sind.“



© Andreas Wittenzellner




Bild 1

Im Bild (von links nach rechts): Landwirt Ludwig Georg Junior, Imker-Kreisvorsitzender Sepp Reithmeier, Leiter AELF Traunstein Alfons Leitenbacher, Kreisfachberater Markus Breier (mit zweijähriger Silphie), Imker-Kreisvorsitzender Peter Bichler, Landrat Siegfried Walch, Geschäftsführer MR-Laufen Herbert Galler, Landwirt Ludwig Georg, Kreisbauernobmann Sebastian Siglreithmayer, Geschäftsführer MR-Traunstein Raphael Röckenwagner (mit Saatgut für rund 3 Hektar), 2. Vorsitzender MR-Traunstein Hans Posch, Geschäftsführerin Regionalmanagement Traunstein Birgit Seeholzer, Franz Schützinger (Sätechnik und Aussaat).





Online-Dienste

Links