Landkreis würdigt außergewöhnlichen Einsatz
Dank und Anerkennung für mehr als 1.000 Menschen im Einsatz
Mit einer Helferfeier in der Eishalle Ruhpolding hat der Landkreis Traunstein die Einsatzkräfte gewürdigt, die bei den Waldbränden am Saurüsselkopf in Ruhpolding, an der Lackenbergwand bei Oberwössen sowie beim Moorbrand in Übersee Außergewöhnliches geleistet haben. Mehr als 1.000 Menschen waren insgesamt an der Bewältigung der drei Brandereignisse beteiligt. Dazu gehörten über 50 Ortsfeuerwehren sowie Kräfte der Bayerischen Staatsforsten, der Bergwacht, des Bayerischen Roten Kreuzes, der Bundeswehr, der Landes- und Bundespolizei, der Malteser, der Stadtfeuerwehr München und des Technischen Hilfswerks.
Im Mittelpunkt der Helferfeier standen der Dank und die Anerkennung für die Menschen, die bei den drei Bränden über Tage hinweg unter teilweise schwierigsten Bedingungen im Einsatz waren. Zugleich würdigte der Landkreis das professionelle Zusammenspiel derEinsatzkräfte am Boden und in der Luft sowie der örtlichen Einsatzleitungen, Einsatzstäbe und der Führungsgruppe Katastrophenschutz. Die drei Brände stellten die Einsatzkräfte vor erhebliche Herausforderungen. An der Lackenbergwand waren rund drei Hektar betroffen, in Übersee sechs Hektar und am Saurüsselkopf rund 160 Hektar. Vor allem die Bedingungen vor Ort verlangten den Einsatzkräften viel ab: schwer zugängliches Berggelände und Moorflächen, unwegsame Steillagen, Rauch, verdeckte Glutnester sowie Kamineffekte und Abrutschgefahr erschwerten die Löscharbeiten. Von entscheidender Bedeutung war deshalb die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen. Neben der Brandbekämpfung am Boden spielten dabei die Sicherung der Einsatzkräfte im schwierigen Gelände, die Logistik und Wasserversorgung, der Einsatz von Drohnen sowie insbesondere die Unterstützung aus der Luft eine zentrale Rolle. Piloten, Flughelfer und Einsatzkräfte am Boden arbeiteten dabei eng zusammen. Auch über Landkreisgrenzen hinweg war die Unterstützung groß. Kräfte aus den Landkreisen Traunstein, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen sowie aus der Stadt und dem Landkreis München waren an den Einsätzen beteiligt. Bergwacht und Alpine Einsatzgruppe der Polizei unterstützten die Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen. Malteser und BRK stellten tagsüber wie nachts die Versorgung und bei Bedarf die rettungsdienstliche Betreuung der Einsatzkräfte sicher.
Landrat Andreas Danzer stellte in seinen Dankesworten vor allem das persönliche Engagement der Helfer in den Mittelpunkt: „Entscheidend sind die Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Menschen, die ihre Erfahrung und ihr Können einbringen und auch dann weitermachen, wenn ein Einsatz anstrengend und gefährlich wird. Sie waren da, als Sie gebraucht wurden. Dafür möchte ich Ihnen im Namen des gesamten Landkreises von Herzen danken.“
Bayerns Wirtschaftsminister und Aufsichtsratsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, Hubert Aiwanger, würdigte ebenfalls die Leistung der Beteiligten: „Die Waldbrände in den vergangenen Monaten haben gezeigt, wie wichtig leistungsfähige Einsatzkräftesind – Gottseidank haben wir solche. Großer Dank unseren Feuerwehren, Bergwacht, Polizei, Bundeswehr, den Bayerischen Staatsforsten und den weiteren Helfern. Sie haben unter schwierigsten Bedingungen tagelang und erfolgreich gegen die Flammen gekämpft. Mein herzlicher Dank gilt allen, die hier mit angepackt haben. Auf unsere Einsatzkräfte ist Verlass und wir müssen sie weiter stärken!“
Der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Olaf Hermes, erklärte: „Ich bin tief beeindruckt, mit welcher Professionalität, Einsatzbereitschaft und Ausdauer die Einsatzkräfte vor Ort für den Erhalt unseres Bergwaldes gekämpft haben – oftbis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Dafür gilt allen Beteiligten und auch unseren Beschäftigten mein herzlicher Dank und größter Respekt. Nun richten wir den Blick nach vorne: Unser Ziel ist es, dort wieder einen gesunden strukturreichen Mischwald zu begründen und damit die wichtige Schutzfunktion des Waldes langfristig zu sichern.“
Landrat Danzer bezog ausdrücklich auch die Familien und Arbeitgeber der Einsatzkräfte in seinen Dank ein. Gerade bei mehrtägigen Einsätzen seien deren Unterstützung und Verständnis eine wichtige Voraussetzung dafür, dass insbesondere ehrenamtliche Kräfte über längere Zeit zur Verfügung stehen können. Landrat Andreas Danzer dankte zudem allen, die zur Ausrichtung der Helferfeier beigetragen hatten. Sein besonderer Dank galt Maximilian Sailer und dem Hofbräuhaus Traunstein sowie den Bayerischen Staatsforsten für ihre großzügigen Spenden. Ebenso dankte er der Gemeinde Ruhpolding für die Bereitstellung der Eishalle und D‘Miesenbacher Ruhpolding, die die vollständige Bewirtung der Gäste und musikalische Begleitung übernahmen. Die Helferfeier sollte den Einsatzkräften nach den außergewöhnlichen Belastungen der vergangenen Monate vor allem eines vermitteln: dass ihr Einsatz gesehen und wertgeschätzt wird. Zugleich machten die drei Waldbrände deutlich, wie wichtig Ausbildung, Erfahrung und Ausrüstung sind – und dass erfolgreiche Katastrophenbewältigung am Ende vor allem vom persönlichen Einsatz und vom verlässlichen Zusammenspiel aller Beteiligten lebt.
Die Einsätze in Zahlen und Fakten
Saurüsselkopf: Katastrophenfall; rund 160 Hektar betroffene Fläche; täglich mehr als 360 Einsatzkräfte
Lackenbergwand bei Oberwössen: Katastrophenfall; rund 3 Hektar betroffene Fläche; im Tagesdurchschnitt rund 290 Einsatzkräfte
Moorbrand bei Übersee: rund 6 Hektar betroffene Fläche; rund 300 Einsatzkräfte
Dimension: Zusammengenommen waren damit rund 169 Hektar betroffen – eine Fläche von mehr als 230 Fußballfeldern.
Überregionale Unterstützung: Mehr als 50 Ortsfeuerwehren aus den Landkreisen Traunstein, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Miesbach, München und Bad Tölz-Wolfratshausen sowie die Stadtfeuerwehr München unterstützten die Brandbekämpfung.
Gemeinsamer Einsatz: Beteiligt waren neben den Feuerwehren unter anderem Bergwacht, Bayerisches Rotes Kreuz, Malteser, Technisches Hilfswerk, Bundeswehr, Landes- und Bundespolizei, Bayerische Staatsforsten und die betroffenen Gemeinden.
Schwierige Bedingungen: Steiles und schwer zugängliches Berggelände, Moorflächen, Rauch und eingeschränkte Sicht, verdeckte Glutnester sowie Kamineffekte und Absturzgefahr stellten hohe Anforderungen an die Einsatzkräfte.
Brandbekämpfung aus der Luft: Vor allem bei den Gebirgswaldbränden war die Unterstützung durch Hubschrauber von entscheidender Bedeutung. Piloten, Flughelfer und Einsatzkräfte am Boden arbeiteten dabei eng zusammen.
Sicherung im Gelände: Bergwacht und Alpine Einsatzgruppe der Polizei unterstützten mit Kletterausrüstung und professioneller Absturzsicherung an besonders gefährlichen Stellen.
Logistik und Versorgung: Die Bayerischen Staatsforsten unterstützten unter anderem mit Brandschneisen, das Technische Hilfswerk beim Materialtransport. Malteser und BRK versorgten die Einsatzkräfte tagsüber wie nachts mit warmen Mahlzeiten und übernahmen bei Bedarf die rettungsdienstliche Betreuung.
Bilder:
Titelbild: Zahlreiche Einsatzkräfte und Helfer kamen zur Helferfeier des Landkreises Traunstein in der Eishalle Ruhpolding zusammen. Der Abend stand ganz im Zeichen des Dankes für ihren Einsatz bei den Waldbränden am Saurüsselkopf, an der Lackenbergwand und in Übersee.
Bild 1: Dank und Anerkennung für die Einsatzkräfte (von links): Bernhard Sailer und Andreas Hell (Hofbräuhaus Traunstein), Olaf Hermes (Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten), Landrat Andreas Danzer und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Aufsichtsratsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten).
Bild 2: Für die musikalische Begleitung der Helferfeier sorgte die Musikkapelle D’Miesenbacher Ruhpolding.
Bild 3: „Mia song Danke!“ – unter diesem Motto lud der Landkreis Traunstein die Einsatzkräfte und Helfer zu einem gemeinsamen Abend in die Eishalle Ruhpolding ein.